Mund abputzen, regenerieren, revanchieren

Die Stimmen zum Spiel in München

Kopf hoch, Davy! Am Ende war es ein abgefälschter Gegentreffer, der zum 0:1 führte (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 20.04.2019 // 18:23 Uhr

Von Yannik Cischinsky und Christoph Pieper

Zu zehnt ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit, in München zu gewinnen. Da waren sich alle Werderaner nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern am Samstagnachmittag (zum Spielbericht) einig. „Das war der entscheidende Punkt“, sagte Max Kruse nach dem Schlusspfiff. Bis zum Platzverweis von Milos Veljkovic nach 58 Minuten hatten die Grün-Weißen weitestgehend kompakt verteidigt, insbesondere in Durchgang eins kaum Chancen zugelassen. Doch mit einem Mann weniger wurde es ganz schwer für die Kohfeldt-Elf. „Es ist bitter, dass das Gegentor am Ende so ein abgefälschtes, krummes Ding ist, aber man muss diese Niederlage akzeptieren“, resümierte Florian Kohfeldt mit Blick auf den von Davy Klaassen noch berührten Schuss von Niklas Süle, der zum verdienten 1:0-Siegtreffer des FC Bayern im Werder-Tor einschlug.

WERDER.DE fasst die Stimmen des Nachmittags wie gewohnt zusammen.

Zum Spielverlauf:

Nach knapp einer Stunde musste Milos Veljkovic den Platz verlassen (Foto: nordphoto).

Claudio Pizarro: „Wir haben zu Beginn auf Konter spekuliert. Es war ein offenes Spiel und wir hatten auch ein paar Momente, in denen uns etwas hätte gelingen können. Aber wir hatten die Kontrolle nie lange genug. Bayern hat zunehmend die Kontrolle übernommen. Dann haben wir einen Mann verloren. Mit zehn Mann war es dann ganz schwierig, zu kompliziert gegen Bayern. Da kann man nicht viel machen.“

Nuri Sahin: „Die ersten 20 bis 25 Minuten habe ich uns gut gesehen, uns mutig gesehen. Da hatten wir die eine oder andere 'Konterchance', die wir nicht gut zuende gespielt haben. Dann hat Bayern uns hinter rein gedrückt. Wenn sich Bayern in deiner Hälfte festsetzt, ist das seit der Guardiola-Ära unglaublich schwer, sich zu befreien. Sie lassen den Ball sehr gut laufen, haben ein gutes Positionsspiel und wir kamen nicht raus. Wir wollten mutig sein, waren das auch, aber kamen einfach zu selten raus.“

Max Kruse: „Defensiv kann man nicht meckern, da haben wir sehr gut gestanden, aber wir wollen Akzente nach vorne setzen. Das hat in der 1. Halbzeit nicht so gut geklappt, das hat der Trainer in der Pause angesprochen. Wir haben die ballfernen Räume nicht gut angespielt, das hätten wir besser ausspielen können. Und dann mit zehn Mann alles zu verteidigen, ist schwierig. Es ist ärgerlich, dass es am Ende so ein Tor ist, aber damit müssen wir leben.“

Florian Kohfeldt: „Die ersten zwanzig Minuten und die ersten zehn nach der Halbzeit fand ich unsere Idee klar zu erkennen. Dann sind wir zu passiv geworden, haben auch zu schnell auf Konter gespielt und uns nicht getraut, den Ball zu halten. Es gab einige Situationen, in denen wir in der Entstehung eines Angriffs zu ungenau waren.“

Zur Gelb-Roten Karte:

Max Kruse: „Das war der entscheidende Faktor. Wir haben es bis dahin defensiv sehr gut gemacht. Mit zehn Mann ist das Offensivspiel eingeschlafen. Das ist normal. Hinter dem 0:1 hinterher zu laufen ist in München, gegen eine Mannschaft mit dieser Qualität, sehr schwer.“

Florian Kohfeldt: „Genau in die Phase, in der ich das Gefühl hatte, sie fangen an nachzudenken, weil sie hier heute etwas zu verlieren hatten, kommt die Gelb-Rote Karte. Die entscheidet am Ende das Spiel gegen uns, obwohl wir es heldenhaft verteidigt haben.“

Zum Wiedersehen im Pokal:

Am Mittwoch hat Werder vor den eigenen Fans die Chance auf Ravanche (Foto: nordphoto).

Max Kruse: „Wir müssen uns den Mund abputzen, regenerieren und am Mittwoch die Bayern zuhause schlagen. Heute ist die Serie der erzielten Tore gerissen, aber Mittwoch wollen wir damit weitermachen. Das Pokalfinale ist unser großes Ziel.“

Claudio Pizarro: „Mittwoch ist das eine ganz andere Geschichte. Das war ein Bundesligaspiel, das wir leider verloren haben. Jetzt müssen wir unsere Kraft und Konzentration sammeln. Das Spiel am Mittwoch ist sehr wichtig für uns. Wir haben den Vorteil, zuhause zu spielen.“

Nuri Sahin: "Wenn wir das Mittwoch etwas mutiger nach vorne machen, sehe ich eine große Chance für uns. Was besseres als das heutige Spiel kann uns nicht passieren. Wir wissen, was wir falsch gemacht haben, wo wir uns konkret verbessern müssen. Beide wollen ins Finale. Es schmerzt sehr, nicht dabei sein zu können."

Florian Kohfeldt: „Wir werden uns sammeln und Mittwoch hoffentlich im Elf-gegen-Elf und dem Weser-Stadion im Rücken zeigen, dass wir in der Lage sind, Tore zu schießen. Das wird etwas Anderes. Da ziehen wir uns in unserer Kabine um. Da schauen wir mal. Ich freue mich drauf. Die Bayern haben natürlich großes Selbstvertrauen. Sie sind allesamt Weltklassespieler, aber ich glaube, es gab heute Momente des Respekts im Spiel. Davon wollen wir mehr kreieren und mutig mit Ball nach vorne kombinieren.“

Frank Baumann: „Das Trainerteam wird das heutige Spiel analysieren und die richtigen Schlüsse ziehen. Es ist ein K.O.-Spiel und wird von der ganzen Herangehensweise ein komplett anderes Spiel. Wir haben unsere Fans im Rücken, die uns mit Sicherheit nach vorne peitschen. Das ist ein Faktor. Auch Mittwoch wird noch einmal eine außergewöhnliche Atmosphäre herrschen. Wir werden versuchen, die Bayern ein bisschen zu ärgern und sehen, was dabei herauskommt.“