Mit Ruhe und gutem Gefühl

Der Vorbericht zum Spiel gegen Leipzig
Milot Rashica will im Saisonfinale das Weser-Stadion wieder zum Beben bringen (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 16.05.2019 / 17:25 Uhr

Zusammengestellt von OPTA und WERDER.DE

Der Cheftrainer hat vor dem Wochenende "ein Gefühl, dass es gehen könnte". So beschreibt Florian Kohfeldt seine Emotionen vor dem Saisonfinale gegen RB Leipzig. Am Samstag um 15.30 Uhr (ab 15.15 Uhr im betway Live-Ticker auf WERDER.DE) geht es für den SV Werder im ausverkauften Weser-Stadion um das Erreichen der Saisonziele. Eine Bilanz könnte dieses Gefühl des Cheftrainer mit noch mehr Hoffnung nähren: Denn in vier von fünf Bundesliga-Spielen gegen die "Roten Bullen" triumphierte am Ende die jeweilige Heimmannschaft.

Das letzte Duell: Das Bundesliga-Hinspiel gegen RB Leipzig ließ an Spannung und Spektakel nichts vermissen. Der SV Werder musste sich gegen den Gastgeber zwar mit 2:3 geschlagen geben, doch er stellte einmal mehr unter Beweis, dass die Grün-Weißen jedem Gegner Paroli bieten können. In einer sehr offensiv sowie intensiv geführten Partie gingen die Leipziger vor allem aufgrund ihrer Effektivität als Sieger vom Platz. Lukas Klostermann (32.), der sehenswert in den rechten Winkel traf, Timo Werner (44.) und der eingewechselte Bruma (87.) sicherten den „Bullen“ den Heimerfolg. Zwischenzeitlich konnte der SVW durch einen Doppelschlag binnen zehn Minuten von Max Kruse (67.) und Josh Sargent (77.) wieder einmal einen 0:2-Rückstand ausgleichen, doch die Werderaner wurden für ihren Aufwand nicht belohnt. Florian Kohfeldt warf nach dem verdienten 2:2 alles nach vorne, wechselte noch Claudio Pizarro ein, doch eine Hereingabe von der linken Seite vollendete Bruma durch die Beine von Jiri Pavlenka. (Zum Spielbericht) Ein bitterer Nachmittag, den der grün-weiße Cheftrainer auf der anschließenden Pressekonferenz wie folgt zusammenfasste: „Wir müssen diese Partie gewinnen!“ Dieser Satz trifft auch noch 17 Spieltage später zu.

Trotz des Treffers von Josh Sargent unterlag der SV Werder in Leipzig mit 2:3 (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt zum Spiel: „Das ist eine Mannschaft, die eine Menge sehr sehr gut macht und meiner Meinung nach in der Rückrunde genauso stabil ist wie die Bayern“, lobt der Cheftrainer den kommenden Gegner. Die große Stärke der Ostdeutschen sieht der grün-weiße Trainer im Moment des Ballverlustes: „Sie spielen ein extrem gutes Gegenpressing, das schwer zu überspielen ist und attackieren den Ball aus jeder Richtung. Da musst du sehr stressresistent sein.“ Hinzu kommt, dass sie eine hohe Variabilität haben und sich in der Liga durch ihr vertikales Spiel Respekt verschafft haben. Dennoch hat Florian Kohfeldt für diese Aufgabe einen Plan: „Das ist keine Partie, in dem wir über die Spielkontrolle kommen. Für uns ist es wichtig, ganz ruhig zu bleiben“, kündigt der Chefcoach und schließt an: „Wir müssen andere Möglichkeiten finden, wie man sie schlagen kann – aber das kriegen wir hin!“

Der Gegner: Das herausstechende Merkmal des Leipziger Spiels ist die Defensive. 33 Spiele und nur 27 Gegentreffer - das ist die Bilanz der „Bullen“ und Top-Wert der diesjährigen Bundesliga-Spielzeit. Diese Stärke haben die Ostdeutschen am vergangenen Spieltag wieder einmal unter Beweis gestellt: Im Duell gegen den FC Bayern ließ die Mannschaft von Ralph Rangnick lediglich dreizehn Abschlüsse auf das eigene Tor zu. Im Saisonfinale könnten die Vorzeichen unterschiedlicher nicht sein. Während der SV Werder noch auf die Europa League hofft, geht es für die Ostdeutschen um nichts mehr. Platz drei ist gesichert und damit die Qualifikation für die Champions League bereits in trockenen Tüchern. Zusätzlich haben die „Bullen“ noch das DFB-Pokal-Endspiel in Berlin gegen den FC Bayern München vor der Brust. Ein Vorteil? Ganz im Gegenteil, wie Maximilian Eggestein weiß: „Es geht darum sich noch einmal zu empfehlen. Alle wollen bei diesem Spiel mitwirken.“ (Zur Extrameldung) Die Grün-Weißen wissen genau, wie der Gegner am Wochenende einzuschätzen und zu erwarten ist.

Das Personal: Ein dickes Fragezeichen steht weiterhin hinter Max Kruse. Für den Werder-Kapitän steht es noch nicht fest, ob er im Saisonfinale eingreifen kann. Florian Kohfeldt sieht die Situation um einen möglichen Einsatz „skeptisch“: „Max wird es heute probieren, weil er einfach alles ausreizen will, um noch zu spielen, denn er hat zwei Wochen nicht trainiert“, erklärte Kohfeldt am Donnerstag. Dass Theodor Gebre Selassie, nach seiner Auswechslung in Sinsheim, wieder im Aufgebot gegen Leipzig stehen könnte, schließt der Cheftrainer aus. Damit ist die Saison für den Rechtsverteidiger vorzeitig beendet. „Alle anderen sind fit“, verkündet Kohfeldt abschließend vor dem Saisonfinale im ausverkauften Weser-Stadion (Zur Personalmeldung).

Peter Gulacsi hat einen Gegentorschnitt von 0,82 in 33 Spielen (Foto: nordphoto).

Der Spieler im Fokus: Der große Leuchtturm der Leipziger Defensive ist Torhüter Peter Gulacsi. Allein in dieser Saison konnte der 29-jährige Ungar 16 Mal die Null festhalten. „Er ist im Torwartspiel einer der besten Schlussmänner in der Bundesliga“, schwärmt Florian Kohfeldt vor dem Duell gegen RB Leipzig. Mit einem Gegentorschnitt von 0,82 in 33 Spielen, belegt Gulacsi den Top-Wert aller Bundesliga-Torhüter. Daher wird es am Samstag für Rashica und Co. nicht nur schwierig an der körperlich starken Abwehr der „Roten Bullen“ vorbeizukommen, sondern auch den starken Schlussmann zu passieren. Im Bundesliga-Hinspiel haben die Werderaner dies bereits zweimal geschafft – es gibt keinen besseren Zeitpunkt, als im Saisonfinale in diesem Wert noch eine Schippe drauf zu legen.

Der Schiedsrichter: Dr. Felix Brych pfeift das Spiel gegen RB Leipzig. Die letzte grün-weiße Partie, die Brych leitete, war das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund. Dem 43-jährigen Jurist aus München wird an den Seitenlinien von Mark Borsch und Stefan Lupp assistiert. Vierter Offizieller ist Robert Hartmann. Die Video-Schiedsrichter sind Günter Perl und Michael Bacher.

Das ganze Paket: Für alle Grün-Weißen auf Ballhöhe! Ab 15.15 Uhr berichtet WERDER.DE mit dem betway Live-Ticker live aus dem Weser-Stadion. Sky zeigt das Spiel des SVW live in der Konferenz oder als Einzelspiel. Zudem können alle Abonennten die Partie unmittelbar nach Spielende re-live sowie ebenfalls kurz nach Abpfiff die Highlights der Begegnung bei WERDER.TV sehen!

 

 

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