Arbeiter im Osten und ein "fauler Hund"

Leonardo Bittencourt in Episode #41 des WERDER-PODCAST
Umarmung und Küsschen vom Papa: Franklin und Leonardo Bittencourt (Foto: nordphoto).
Podcast
Mittwoch, 18.09.2019 / 16:43 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Noch heute ist er stets an seiner Seite: Franklin Bittencourt fährt zu jedem Spiel seines Sohnes. Er ist der persönliche Glücksbringer des Neu-Werderaners. Und der ehemalige Bundesliga-Fußballer hat seinen Sohn geprägt – vor allem mit seinem Lebensweg, der von Rio de Janeiro in den Osten des soeben wiedervereinigte Deutschland führte. „Das war sehr schwierig für ihn, aber er musste da durch, um seiner Familie in Brasilien helfen zu können. Davor ziehe ich meinen Hut“, sagt Leonardo Bittencourt in Folge #41 des WERDER-PODCAST – präsentiert von Medientechnik Keuk.

Dass sein Vater Sonne, Copacabana und Freunde gegen Jobs in Leipzig und Cottbus eingetauscht hat, nötig Bittencourt junior größten Respekt ab. „Er hat all das aufgegeben, um Geld zu verdienen. Das schaffst du nur, wenn einen starken Charakter hast und ein Arbeiter bist“, sagt der 25-Jährige. 1992 wechselt der talentierte Offensivakteur von Fluminense zum Erstligaaufsteiger VfB Leipzig. Nach sechs Jahren in der sächsischen Hauptstadt zog es den Papa weiter zu Energie Cottbus, wo Leo seine ersten Schritte im Fußball unternahm und schließlich den Sprung zu den Profis schaffte.

Die Zeit in der Jugend von Cottbus, den vermeintlich berühmten Vater an seiner Seite, hat ihn geprägt. Selbstverständlich habe es auch neidische Jungs gegeben, die seine Sprünge in die nächsthöheren Altersklassen stets auf die Berühmtheit des Vaters schoben, aber der habe ihn stets gelehrt: „Egal wer du bist und was du machst, das heißt nicht, dass du besser bist als jemand anderes. Was gibt mir das Recht, das zu sagen. Es macht mich nicht zu einem besseren Menschen, weil ich besser Fußball spielen kann, es macht mich auch nicht wichtiger.“

Die gesamte Familie Bittencourt sei immer so aufgetreten, erinnert sich der erfolgreichste Spross der Familie. Nachdem ihn sein Vater im Alter von fünf Jahren beim Training der Cottbusser angemeldet hat, gab es für ihn nur noch eins: Fußball. Wie sein Vater bezeichnet Leonardo Bittencourt auch sich als Arbeiter im Fußballbusiness, was so gar nicht zur vermeintlichen brasilianischen Mentalität passen will. Doch ohnehin fühlt sich der gebürtige Leipziger oft eher Deutsch. „Ich trage die Mentalität des Ostens in mir.“

Ganz anders als bei seinem Bruder Gabriel, wie Bittencourt im WERDER-Podcast verrät. Der talentierte Nachwuchskeeper habe irgendwann einfach mehr Bock gehabt in der Stadt mit Kumpels oder Mädels abzuhängen, als die Fußballschuhe zu schnüren. „Fauler Hund“, so Bittencourt lachend. Aber: Vater Franklin habe niemanden gezwungen, professioneller Fußballer zu werden. Auch das rechnen ihm die Söhne hoch an.

Bis heute besteht eine enge Familienbande. Noch vor wenigen Tagen feierten Brüder gemeinsam den Geburtstag Gabriels, in der Länderspielpause - unmittelbar nach seinem Transfer an die Weser - reiste Leo Bittencourt als erstes zur Familie, um ein wenig zu entspannen. Da sind die Bittencourts dann doch ganz brasilianisch. 

Die Episode #41 des WERDER-PODCAST, der die schönste Nebensache der Welt mit dem geilsten Verein der Welt verbindet, wird über alles geredet, was das grün-weiße Herz höher schlagen lässt. Die neue Folge gibt es auf dem offiziellen Soundcloud-Profil, dem iTunes-Account und dem Spotify-Kanal des SVW. Hört rein!

 

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