Der Jugend eine Chance

Werder plant vorausschauend und setzt auf junge Talente
Sind bei Werder zu Bundesliga-Spielern herangewachsen: Johannes und Maximilian Eggestein (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 02.05.2019 / 15:03 Uhr

Von Daniel Gerdes

Dass der SV Werder Bremen die Weichen für die Zukunft früh stellt, hat nicht zuletzt der Transfer des deutschen U-20-Nationalspielers Benjamin Goller gezeigt (siehe Extrameldung). Mit dem Offensivspieler kommt ein Akteur zum SV Werder, der eine "große Perspektive und starke Qualität im Eins-gegen-Eins" mitbringt, wie Cheftrainer Florian Kohfeldt unterstreicht. Die grün-weiße Transfer-Philosophie – auch bedingt durch die Vorstellungen des Werder-Coaches und der sportlich Verantwortlichen – fußt auf jungen, talentierten Spielern.

Und hat Werder schon in den vergangenen Jahren mit Florian Grillitsch, Davie Selke und Serge Gnabry Bundesliga-Profis ausgebildet, hat sich in jüngster Vergangenheit die öffentliche Wahrnehmung des SV Werder Bremen noch einmal verändert. Die Eggesteins (22 und 20 Jahre alt), Josh Sargent (19) oder auch Milot Rashica (22) zeigen, dass junge Spieler an der Weser bestens aufgehoben sind. „Wir haben hier ein gutes Umfeld für junge Spieler, ein Trainerteam, dass die Spieler weiterentwickeln kann und auch den Mut hat, sie mal reinzuschmeißen“, findet Frank Baumann.

In Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen sind solche Positivbeispiele ein ausschlaggebender Faktor. Vor allem der „sehr attraktive Fußball macht uns für gute Spieler interessant, ein Selbstläufer sind die Vertragsverhandlungen allerdings nicht“, gewährt Baumann Einblicke in die Gespräche.

Kann sich einen Verbleib beim SV Werder gut vorstellen: Marco Friedl (Foto: nordphoto).

Einer, der mit jungen Jahren den Sprung an die Weser gewagt hat, ist Marco Friedl. Der 21-jährige Österreicher war in dieser Saison bereits des Öfteren gefordert und ließ unter anderem beim 3:1-Auswärtssieg in Leverkusen erkennen, warum Chefcoach Kohfeldt ihn beim SV Werder behalten will. Keine Überraschung also, dass sich Frank Baumann in Gesprächen mit dem FC Bayern befindet, von dem Friedl bislang nur ausgeliehen ist: „Wir arbeiten an Marcos Zukunft hier und sind in guten Gesprächen mit dem FC Bayern dabei, eine Einigung zu erzielen. Ich bin optimistisch, dass wir das im Laufe der nächsten Wochen hinbekommen könnten.“

Friedl selbst spürt das Vertrauen des Trainers, der ihm für das Duell mit dem BVB am Samstag, 04.05.2019, 18.30 Uhr (ab 18.15 Uhr im betway-Liveticker bei WERDER.DE) eine Einsatzgarantie aussprach (siehe Extrameldung). Er hat sich bereits so positioniert, dass er über die Spielzeit hinaus gerne bei den Grün-Weißen bleiben möchte. Der Verteidiger könnte das nächste leuchtende Beispiel für eine zukunftsgerichtete, verantwortungsbewusste, nachhaltige und integere Nachwuchspolitik beim SVW werden.