1964-1971

Die erste Meisterschaft und der Pfostenbruch vom Bökelberg

Das Meistertrikot aus der Saison 1964/65. Das Exemplar von Dieter Thun kann im WUSEUM begutachtet werden.

Es fiel im Weser-Stadion. Das allererste Tor der Bundesliga-Geschichte. Allerdings gegen Werder. Timo Konietzka hatte es am ersten Spieltag im Spiel der Bremer gegen Borussia Dortmund erzielt. Geschlagen war ein Keeper, der eigentlich gar nicht mehr aktiv war. Dragomir Ilic musste kurz vor Saisonbeginn reaktiviert werden, da sich im Vorfeld der Spielzeit 1963/64 die ersten sechs (!) Torhüter der Werderaner nacheinander verletzt hatten. Kein guter Start also in die erfolgreiche Bundesliga-Geschichte des SV Werder Bremen. Die erste Saison schlossen die Werderaner als Gründungsmitglied schließlich mit dem zehnten Tabellenplatz ab.

Ein Jahr später fiel die "0" in der "10" weg. Werder wurder Erster. In jener Saison, in der die Stadt Bremen 1.000 Jahre alt wurde, feierte der SV Werder Bremen seinen ersten Deutschen Meistertitel. Am 17. Spieltag der Saison 1964/65 setzten sich die Bremer an die Tabellespitze und ließen sich bis zum Schluss nicht mehr von selbiger verdrängen. Rekordspieler Horst-Dieter Höttges stand genauso im Kader wie Arnold Schütz, Max Lorenz, Walter Nachtwey. Helmut Jagielski (10 Tore), Arnold Schütz, Gerhard Zebrowski (11) und Klaus Matischiak (12) waren damals die besten Torschützen der Werderaner, die von Willi Multhaup trainiert wurden.

"Ich sah wie das Tor brach, bin dann in Deckung gegangen"

Ein Grundstein der Osttribüne

In den Folgejahren konnte sich Werder allerdings nicht in der Spitzengruppe der Liga halten. Auf die Meisterschaft folgte Platz vier, danach wurden die Bremer sogar nur Sechzehnter. In der Saison 1967/68 spurteten die Bremer noch einmal von Platz 18 auf den zweiten Rang zur Vizemeisterschaft. Bis zum Ende des Jahrzehnts blieb Werder in der Folge im Mittelfeld der Tabelle.

So unspektakulär die Saison 1970/71 mit Platz zehn endete, so außergewöhnlich war besonders eine Partie in jener Saison. Am 3. April stand es kurz vor dem Ende der Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen 1:1, als zwei Spieler ins Tor der Werderaner stolperten. Die Spieler blieben heile, allerdings brach der hölzerne Pfosten des Tores und folglich der ganze Kasten in sich zusammen. Die Bremer unternahmen in der Hoffnung auf ein Wiederholungsspiel große Anstrengungen, das Tor wieder aufzustellen. Doch es sollte nicht gelingen. Das Spiel wurde abgebrochen und Werder bekam später beide Punkte zugesprochen, da die Gladbacher Gastgeber keinen Ersatz für das kaputte Tor organisiert hatten. Herbert Laumen, einer der beiden Spieler, die damals das Tor "getroffen" hatten, sagte später in einem Interview mit der WELT: "Ich sah, wie das Tor brach, bin dann in Deckung gegangen und lag schließlich wie ein Fisch im Netz gefangen. In der Nordkurve gab es daraufhin ein Riesengelächter. Das war ein Spektakel."

Mit dem Pfostenbruch vom Bökelberg hatte sich Laumen in die Fußball-Geschichtsbücher eingetragen. Denn er sollte den Fußball verändern. "Der Pfostenbruch bleibt immer legendär, denn er hat ja nachhaltig etwas bewirkt: Danach gab es Aluminiumtore. Und ich bin unsterblich geworden", sagte Laumen, der später in den 70er Jahren auch das Trikot von Werder Bremen trug.

 

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