Nicht schnell, aber...

Sahin über eigene Ansprüche, Qualitäten und Spielrhythmus

Bringt im Mittelfeld oder als Innenverteidiger immer stärker werdende Leistungen: Nuri Sahin (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 11.04.2019 // 15:02 Uhr

Von Daniel Gerdes

Einer der ersten Sätze, die Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt Nuri Sahin vor dessen Vertragsunterschrift am Telefon entgegnet hat, war ein „Du bist nicht schnell“. Eine Tatsache, die Sahin allerdings bereits „seit meinem elften Lebensjahr" bewusst war. Seinem Satz schob der Übungsleiter der Grün-Weißen seiner Zeit prompt ein mit einem Ausrufezeichen versehenes „Aber“ nach. Und Kohfeldt machte dem türkischen Ex-Nationalspieler im Verlauf des Gesprächs einen Wechsel an die Weser schmackhaft. Gut sieben Monate später wirft Nuri Sahin einen ersten kurzen Blick zurück auf seine Zeit bei Werder.

„Es war genau die richtige Entscheidung“, sagt der 30-Jährige über die Entscheidung. Nach insgesamt knapp 15 Jahren mit Auslandserfahrungen in den Niederlanden, England und Spanien hatte er im Sommer seinen Ausbildungsverein Borussia Dortmund verlassen und einen Vertrag beim SV Werder zu unterschrieben. „Zwischen Oktober und Dezember war ich mit meiner Leistung unzufrieden, ansonsten habe ich bislang einige gute, aber auch nicht so gute Spiele gemacht“, resümiert Sahin. Sein Trainer zeigt sich nicht überrascht, wie gut er spielt: „Nuri ist handlungsschnell, verfügt über eine Menge an Erfahrung und kann in der Offensive das Spiel in Sekundenbruchteilen schneller machen“.

Stehen im ständigen Austausch: Florian Kohfeldt und Nuri Sahin (Foto: nordphoto).

Qualitäten, die der Mittelfeldspieler sich selbst nicht absprechen will, aber einschränkend sagt: „Wenn die Räume eng sind, dann bin ich ein guter Fußballer und kann der Mannschaft helfen. Genau dann bin ich auch stark in den Zweikämpfen“.

Ein wichtiger Faktor, der ihm während des Prozesses zur optimalen Entfaltung dieser Qualitäten geholfen hat, war die Spielzeit. In den vergangenen Wochen hat er genau diese von Kohfeldt erhalten. „Natürlich ist es hilfreich, regelmäßig zu spielen. Das kann jeder Fußballer bestätigen. In den Rhythmus zu kommen, ist super wichtig. Die Abläufe werden klarer, die Räume mit jeder Minute größer“, erläutert Sahin. Der 30-Jährige hat den Anspruch, jede Woche zu spielen und dabei mit seinen Qualitäten dem Team zu helfen, ob im Mittelfeld oder wie zuletzt in Mönchengladbach als Innenverteidiger in einer Dreierkette. „Ich wusste selbst nicht, dass ich hinten drin spielen kann, aber der Trainer hat es mir bescheinigt. Auch die Position macht Spaß. Die Hauptsache ist, dass ich auf dem Platz stehe“, schildert Sahin.

Durch den Ausfall von Philipp Bargfrede (siehe Extrameldung) und vor allem seine guten Leistungen in den letzten Spielen wird Nuri Sahin am Samstag im Spiel gegen den SC Freiburg (ab 15.15 Uhr im betway-Liveticker auf WERDER.DE) aller Voraussicht nach wieder in der Werder-Startelf stehen. Ob Cheftrainer Kohfeldt ihn im Mittelfeld oder als zusätzlichen Innenverteidiger auflaufen lässt, bleibt abzuwarten.