"Eine Rückkehr ist absehbar"

Kevin Möhwald im Interview
Kevin Möhwald sieht sich auf einem guten Weg (Foto: nordphoto).
Interview
Sonntag, 29.03.2020 / 12:05 Uhr

Das Interview führte Marcel Kuhnt

Gerade einmal 73 Minuten absolvierte Kevin Möhwald in der aktuellen Bundesliga-Saison für den SV Werder. Am 2. Spieltag beim Duell in Hoffenheim stand der 26-Jährige das letzte und einzige Mal auf dem Platz. Im Anschluss musste sich der Mittelfeldspieler einer Knie-OP unterziehen, die ihn bisher außer Gefecht gesetzt hat. Doch die Rückkehr von Kevin Möhwald nimmt Formen an. Momentan befindet er sich in den letzten Zügen seines Reha-Programms, das er in Donaustauf absolviert.

Im Interview mit WERDER.DE spricht er über seine Reha, die Vorbildfunktion als Fußballer in Tagen wie diesen und gibt Tipps für den nächsten Abend auf der Couch.

WERDER.DE: Moin, Möh! Das Wichtigste direkt zu Beginn: Wie geht es dir?

Kevin Möhwald: „Mir geht es soweit gut. Sowohl in Bezug auf die Corona-Pandemie als auch mit Blick auf mein Knie. Ich bin auf einem guten Weg.“

WERDER.DE: Wie weit bist du mit deinem Reha-Programm?

Kevin Möhwald: „Ich bin kurz davor, wieder mit richtigem Fußballtraining zu starten. Wenn ich mein Level in Prozent einstufen müsste, würde ich sagen, dass ich ungefähr 70 Prozent des Reha-Programmes abgeschlossen habe. Im Moment bin ich in Donaustauf, wo ich das Programm zu Ende bringe. Eine genaue Prognose, wie viele Wochen es noch sind, kann ich nicht geben, aber für mich ist klar, dass ich erst wieder nach Bremen komme, wenn ich bereit bin und wieder ohne Einschränkungen Gas geben kann.“

WERDER.DE: Auf was konzentrierst du dich im Moment am meisten?

Kevin Möhwald: „Der Fokus liegt zurzeit darauf, den Muskel, der das Knie stabilisiert, zu stärken. Ansonsten fühlt sich das Knie gut an. Daher bin ich guter Dinge, dass eine Rückkehr absehbar ist.“

WERDER.DE: Durch das Coronavirus setzt die Bundesliga aus. Bedeutet das auch, dass wir dich in dieser Saison noch einmal auf dem Platz sehen werden?

Kevin Möhwald: „Es erhöht auf jeden Fall die Chancen, aber dennoch ist es keine Selbstverständlichkeit. Es bleibt abzuwarten, wie die letzten Schritte der Reha sich entwickeln, aber natürlich ist die Wahrscheinlichkeit höher - sofern die Bundesliga fortgesetzt wird.“

WERDER.DE: Wie sieht dein Alltag gerade so aus?

Kevin Möhwald: „Ich bin von morgens um 8 Uhr bis nachmittags 16 oder 17 Uhr mit der Reha beschäftigt und auch in diesen Räumlichkeiten zugegen. Dabei habe ich mehrere Behandlungen und zwei Trainingseinheiten am Tag, die in der aktuellen Phase wichtig für mich sind. Ansonsten verbringt man viel Zeit auf dem Zimmer oder nutzt das gute Wetter, um zumindest mit einem kurzen Spaziergang ein wenig rauszukommen.“

Zwischen Physio-Bank, Training und Netflix

Kevin Möhwald stand zuletzt am 2. Spieltag in Hoffenheim auf dem Platz (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Wie erlebst du die Situation in Bayern? Es gelten dort ja strengere Regeln als beispielsweise in Bremen.

Kevin Möhwald: „Die Menschen halten den vorgeschriebenen Mindestabstand und ich glaube, dass es mittlerweile jeder verstanden hat, dass die Regeln in der jetzigen Situation wichtig sind. Natürlich bemerke ich die Vorsichtsmaßnahmen in den Supermärkten, es gibt keine großen Menschenansammlungen, aber das ist überall gleich und richtig so. Daher erkenne ich keine großen Unterschiede.“

WERDER.DE: Du zählst zu den Frohnaturen bei uns im Team. Drückt die Isolation auf die Stimmung oder geht es noch?

Kevin Möhwald: „Nein, bisher bin ich genauso positiv wie immer. Es ist natürlich schön, wenn man die richtigen Menschen um sich hat. Wenn ich nicht beim Reha-Training bin, verbringe ich die Zeit mit meiner Freundin, die vor Ort ist. Von daher ist alles gut.“

WERDER.DE: Während deine Freundin mit dir in Donaustauf ist, halten sich deine Mitspieler in Bremen fit. Wie hältst du den Kontakt an die Weser aufrecht?

Kevin Möhwald: „Wir schreiben viel, mit Flo habe ich die Tage auch telefoniert. Daher ist der Kontakt vorhanden. Gerade läuft eben vieles am Telefon ab, aber das ist in Ordnung. So kann ich mich voll auf das Training konzentrieren. Zudem muss ich so nicht jedes Mal mit ansehen, wie das Team auf den Platz geht und ich in den Kraftraum muss.“

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WERDER.DE: Hast du ein paar Tipps für die Fans, die ihre Zeit auch zu Hause verbringen müssen?

Kevin Möhwald: „Zuletzt habe ich die neue Staffel Élite geschaut. Die kann ich sehr empfehlen, aber dafür muss man auf jeden Fall die ersten beiden Staffeln gesehen haben. Ansonsten scrollt man sich so durch. Gefühlt habe ich Netflix einmal durchgeschaut (lacht).“

WERDER.DE: Bei deinem ehemaligen Verein, dem 1. FC Nürnberg, ist Fabian Nürnberger positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Hast du Kontakt mit ehemaligen Mitspielern aufgenommen und dich erkundigt, wie sie mit der Situation umgehen?

Kevin Möhwald: „Nicht wirklich, was daran liegt, dass ich nicht mehr viel Kontakt zum 1. FC Nürnberg habe. Ich spreche eher noch mit Tim Leibold vom Hamburger SV, mit dem ich zusammengespielt habe. Mit Georg Margreitter vom FCN habe ich aber zuletzt mal gesprochen, aber da ging es um eine andere Sache. Was mir generell im Umgang mit der aktuellen Lage wichtig ist, ist die Tatsache, dass wir Spieler unsere Außenwirkung und Vorbildfunktion nutzen, um darauf aufmerksam zu machen, wie man sich zu verhalten hat.“

Wir müssen unsere Außenwirkung und Vorbildfunktion nutzen, um darauf aufmerksam zu machen, wie man sich zu verhalten hat.
Kevin Möhwald

WERDER.DE: Zum Schluss: Am Sonntag treten wir in der „Bundesliga Home Challenge“ gegen deinen Ex-Klub 1. FC Nürnberg an. Maximilian Eggestein und Michael ‚MegaBit‘ Bittner gehen dort für uns an den Start (zur Extrameldung). Hast du irgendwelche Tipps?

Kevin Möhwald: „Ich will Maxi nicht zu nahetreten, aber ich glaube, dass der Beste nicht zur Verfügung stand (lacht). Spaß beiseite. Ich muss sagen, dass ich gerade gar nicht so viel FIFA spiele. Zu Beginn meiner Verletzung habe ich mehr gezockt. Da war ich ganz gut drauf, doch in der aktuellen Phase würde es am Pad so aussehen wie aktuell noch auf dem echten Rasen (lacht). Aber ich drücke ihm die Daumen.“

 

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