"Damit machen wir uns das ganze Spiel kaputt"

Die Stimmen zum Leipzig-Spiel
Ein ähnliches Bild wie in der vergangenen Wochen: Marco Friedl & Co. können keine Punkte in Leipzig holen (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 15.02.2020 / 19:21 Uhr

Von Yannik Cischinsky und Philipp Burde

Nach der 0:3-Niederlage in Leipzig steht Werder erneut mit leeren Händen da. Wieder hatten die Grün-Weißen mit Problemen bei Standards zu kämpfen, die zu zwei Gegentoren führten und einen Punktgewinn beim Meisterschaftskandidaten umso schwerer machten. "Mit den Standardgegentoren machen wir uns das komplette Spiel kaputt", analysierte Cheftrainer Florian Kohfeldt nach Schlusspfiff. Die erhoffte Aufholjagd blieb in der zweiten Halbzeit aus. Auch weil Werder direkt nach Wiederanpfiff das dritte Tor kassierte. „In unserer aktuellen Situation ist es dann schwer, zurückzukommen“, erklärte Geschäftsführer Fußball, Frank Baumann, nach der Partie.

WERDER.DE hat die Stimmen des Spiels für euch zusammengefasst:

Zum Spielverlauf:

Niklas Moisander: „Leipzig war leider eine Klasse zu gut. Wir haben alles versucht, probiert, Fußball zu spielen. Wenn du dann aber zwei Gegentore so einfach herschenkst, ist es schwer, zurückzukommen.“

Theodor Gebre Selassie: „Ich bin froh, dass ich zurück bin, aber mit dem Ergebnis sind wir natürlich nicht zufrieden. Bei den Standards sahen wir wieder nicht gut aus. Wir müssen da erneut über unsere Defensivarbeit sprechen. Wir sind nicht schlecht in diese Partie gekommen, bis die Gegentore kamen.“

Davy Klaassen: „Die Tore dürfen uns so nicht passieren. Wir waren am Anfang gut im Spiel und bekommen dann die zwei derartig einfache Gegentore."

Leonardo Bittencourt: „Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die um die Meisterschaft spielt. Wir wussten, dass das nicht einfach wird, aber gegen solche Teams haben wir auch schon andere Leistungen gezeigt. Bei den zwei Gegentoren nach Standards laufen wir nur hinterher.“

Werder ging nach zwei Standardgegentoren mit einem 0:2 in die Halbzeitpause (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt: „Die Leistung der ersten Halbzeit war in Ordnung – außer die katastrophalen Standards. Damit machen wir uns das ganze Spiel kaputt. In der zweiten Halbzeit wollten wir dann mehr in die Verlagerung gehen, was nach 30 Sekunden mit dem dritten Tor hinfällig war. In der Folge hat uns Leipzig wenige Möglichkeiten gegeben. Es sah zwar aus, als ob wir wenig Zugriff gehabt hätten, aber dem war nicht so. Wir haben hier nicht wehr- und kampflos aufgegeben. Das zeigen die Statistiken.“

Frank Baumann: „Die Situation wird dramatischer, wenn wir nicht punkten. Von uns hat keiner erwartet, dass wir nach dem Kurztrainingslager etwas aus Leipzig mitnehmen. Wir machen es den Gegnern schlichtweg zu einfach, Tore zu erzielen. In unserer Situation ist es dann schwer zurückzukommen.“

Zur aktuellen Situation:

Theodor Gebre Selassie: „Das Trainingslager war gut für uns. Wir haben viele Gespräche geführt. Jetzt stehen für uns noch ein paar wenige Spiele an, auf die wir uns weiterhin konzentrieren müssen.“

Milot Rashica: „Wir müssen mehr Mut zeigen und besser spielen. Egal wer spielt, muss hundert Prozent geben. Das wichtigste ist die Mannschaft und der Verein. Der Teamgeist ist da, aber wir müssen jetzt zeigen, dass wir Mut und Charakter haben.“

Leonardo Bittencourt: „Wir haben uns im Trainingslager intensiv mit uns beschäftigt. Wir wussten, dass wir deswegen nicht automatisch hier gewinnen. Wir haben viel besprochen, ziehen alle an einem Strang und haben jetzt noch zwölf Spiele vor der Brust.“

Davy Klaassen: „Wir haben im Trainingslager viel miteinander geredet und uns beschäftigt. Das war wichtig für die nächsten Monate, nicht nur für dieses eine Spiel. Ich denke das Trainingslager hat uns weitergebracht."

Frank Baumann: „Wir werden weiter hart arbeiten, damit wir uns aus der Situation befreien. Es gibt in der Bundesliga immer Aufs und Abs. Wir sind gerade in einem extremen Tief. Wir wissen aber, was wir für Möglichkeiten haben und wollen der Mannschaft die Rahmenbedingungen geben, dass sie wieder erfolgreich Fußball spielen können.“

Zu Florian Kohfeldt:

Cheftrainer Florian Kohfeldt will gemeinsam mit der Mannschaft aus der Krise (Foto: nordphoto).

Frank Baumann: „Irgendwann wird der Tag kommen, an dem Florian kein Weder-Trainer mehr sein wird. Dieser Tag wird aber nicht in den nächsten Wochen liegen. Wir werden alles tun, um uns mit Florian von da unten zu befreien. Wir sind überzeugt, dass Florian die richtigen Maßnahmen findet. Die Jungs vertrauen ihm. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit ihm den Klassenerhalt schaffen.“

Florian Kohfeldt: „Das ist mehr als ein Job für mich. Ich bin seit über 20 Jahren im Verein, da stecke ich die aktuelle Situation auch nicht so einfach weg. Das darf aber kein Faktor sein. Sonst hätten nämlich 80.000 Leute das Anrecht auf den Trainerjob. Ich muss der Mannschaft Lösungen anbieten können und sie muss mir vertrauen. Dieses Gefühl habe ich. Genau wie bei den Verantwortlichen, die ich schon lange kenne. Es ist egal was passiert, wir werden auch danach ein gutes Verhältnis haben. Falls diese drei Faktoren bei mir, der Mannschaft und den Verantwortlichen nicht mehr passen und sie einen neuen Impuls setzen wollen, dann steht der Verein über der Einzelperson. Dieses Gefühl habe ich aktuell aber nicht.“

 

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